Sonntag, 19. Juli 2009

Liebe Deutsche,

verehrte Deutsche, die ihr den Niederlanden einen Besuch abstattet. Heute gebe ich Euch einen wertvollen Ratschlag. Zunächst ein wenig Geographie: alles was westlich von Oldenburg, Rheine, Bocholt, Duisburg und Aachen liegt befindet sich nicht mehr auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland, sondern in den Niederlanden. In den Niederlanden spricht man nicht deutsch, sondern niederländisch.
Unmittelbar nach der deutsch-niederländischen Grenze trifft man auf viele Niederländer, die Deutsch verstehen und auch recht gut sprechen, seltener jedoch im Landesinneren. Beginnt man - mit einer Selbstverständlichkeit als befände man sich mitten in Deutschland - mit Kellnern, Verkäufern etc. ein Gespräch auf Deutsch, dann sorgt das hierzulande für milde formuliert Irritationen. Besser wäre man fragt vorher freundlich, ob das Gegenüber auch Deutsch spreche oder aber man greift direkt zum Englischen.

Kommentare:

Melantrys hat gesagt…

Jaaaa, das muß man den meisten wirklich sagen, oder?

Also, wenn ich mich da drüben mal verfranse, ist meine Standardfrage eigentlich immer "Sprechen Sie Deutsch, or do you speak English?"
Wobei ich das bei jüngeren Leuten inzwischen gleich skippe und Englisch rede. Da hat mich bisher jeder immer irgendwie verstanden.

Manche Leute merken glaube ich gar nicht, daß sie sich in anderen Ländern befinden, weil sie in ihrer eigenen kleinen Gedankenblase leben.
Ich schwöre, was folgt, ist ein tatsächliches Gespräch zwischen der großen Schwester einer Schulfreundin und einem Obsthändler in London vor vielen, vielen Jahren:
"Haben Sie Ananas?"
*verwirrter Blick* "Bananas??"

*rofl's*

Wobei ich zur Ehrenrettung der Deutschen sagen muß, daß andere das auch prima können, z.B. sehr viele der hier jahrelang stationierten Briten.

Kathy hat gesagt…

das passiert ja leider nicht nur in den niederlanden. man trifft ja überall reisende deutsche, die meinen es gäbe neben ihrer sprache keine andere.

Zimtapfel hat gesagt…

Oh ja. Schrecklich. Ich möchte da immer im Boden versinken, wenn ich daneben stehe.
Allerpeinlichstes Erlebnis ever: Eine Mitreisende auf meiner Israelreise, die einen Kellner dort ganz lockerflockig auf deutsch ansprach. Und ich saß am selben Tisch. Waaaah!

Ich meine, niemand verlangt von allen Touris, sich die Landessprache anzueignen, aber wenigstens mal fragen, ob der Gegenüber die eigene Sprache versteht. Oder es mit englisch versuchen (und wer das nicht kann, soll halt zuhause bleiben. Oder in den Schwarzwald fahren).
UNd notfalls verständigt man sich halt mit Händen und Füßen, so habe ich auch bei völliger Sprachunkenntnis beiderseits immer noch bekommen, was ich wollte. :-)

vreni hat gesagt…

ich werde es nächste woche mal mit schwyzerdüütsch versuchen. nein, spass beiseite: bin nächste woche in amsterdam + rotterdam. hast du ein paar tipps? habe ja so gar keine ahnung... was "muss" man sehen, was ist spannend? bin für jeden tipp dankbar. :-)

eine Familie wie andere auch hat gesagt…

@vreni: zu meiner Schande muß ich gestehen, daß ich keine Ahnung habe! Ich selber war ganze zwei Mal in Amsterdam: beim deutschen Konsulat und das kann ich als Besichtigungsziel nicht wirklich empfehlen. Ansonsten machen die Touris natürlich eine Grachtenfahrt, das soll sich lohnen oder aber das Anne Frank Museum.

Javea hat gesagt…

So eine Grachtenfahrt ist tatsächlich ganz schön :-) Wobei es hilft, zumindest leidlich alle vier Sprachen, die das Tonband plärrt, zu verstehen, damit man insgesamt einmal mitbekommt, worum es geht. Und ich muss gestehen: auch nach einem Jahr Niederländischunterricht traue ich mich in den Niederlanden nicht, zu sprechen. Aber dafür habe ich eigentlich immer Niederländer dabei, halte die Klappe und versuche, nicht die peinliche Deutsche zu sein :D

Viele Grüße!